Goldene Regeln für Broschüren
JoesDesign hat für Sie die Goldene Regeln für Broschüren mal zusammen gestellt.
Mit Broschüren stellen Unternehmen ihre Leistungen oder ihren Betrieb vor. Als umfangreiche „Visitenkarte“ müssen sie daher hohen Ansprüchen genügen – auch bei der Gestaltung.
Wenn Kunden eine Broschüre anfordern oder mitnehmen, ist der erste Schritt zur Kontaktaufnahme bereits geschehen – das Interesse an den Leistungen eines Unternehmens ist geweckt. Im zweiten Schritt sollten sich die Kunden von den Angeboten auch überzeugen lassen. Das gelingt nur, wenn die Broschüre ansprechend gestaltet ist und Informationen gezielt vermittelt.
1. Ideenfindung
Zu Beginn einer neuen Broschüren-Konzeption steht die Frage nach den Inhalten der Broschüre. Das Motto muss hierlauten: Weniger ist mehr! Interessenten haben selten Zeit, stundenlang nach der gewünschten Information zu suchen. Stattdessen wollen sie das Wesentliche – also das Angebot und die Vorzüge eines Unternehmens – rasch erfassen. Die wichtigsten Informationen können dann im nächsten Schritt durch weiterführende, interessante oder unterhaltsame Fakten ergänzt werden.
2. Format, Seitenumfang und Seitenaufbau
Im zweiten Schritt sollten das Format und der Seitenumfang einer Broschüre bestimmt werden. Davon leitet sich auch der Seitenaufbau ab. Zu beachten ist hier, dass sich „Standardformate“ wie beispielsweise DIN A4 einfacher produzieren und kostengünstiger versenden lassen. Das Format kann sich auch am Inhalt der Broschüre orientieren: Bei hochwertigen Produkten, zum Beispiel Kosmetika, steigern ungewöhnliche Formate die Aufmerksamkeit. Das Querformat wirkt zudem edler als das Hochformat, das sich jedoch leichter wie ein Magazin durchblättern lässt. Stehen Format und Inhalte fest, werden sie auf die Seiten verteilt – dadurch wird auch die Seitenzahl festgelegt. Wichtig: Durch das spätere Falzen und Heften lassen sich die Broschüren nicht in Ein-Seiten-Schritten erweitern!
3. Lesbarkeit
Innerhalb einer Broschüre spielt auch die Lesbarkeit der Texte eine erhebliche Rolle. Hier sollte eine gut lesbare Schrift in ausreichender Größe gewählt werden. Auch sollte der Grauwert einer Seite nicht zu hoch und nicht zu niedrig sein. Zeilenlänge, Wort- und Zeichenabstände sowie Zeilenlänge und Satzart wirken sich ebenfalls auf die Lesbarkeit aus: Bei zu geringen Abständen fließen die Buchstaben und Zeilen ineinander, bei zu weiten hat das Auge Mühe, die Zusammenhänge herzustellen. Ähnliches gilt für die Zeilenlänge: Bei zu großen Längen ist der Weg zu weit, den das Auge beim Zeilensprung zurücklegen muss. Ist die Zeile zu kurz, muss es dagegen zu viele Sprünge ausführen und ermüdet schneller. Als empfehlenswert gelten 40 bis 60 Zeichen pro Zeile. Am angenehmsten lässt sich zudem im Flattersatz gestalteter Text lesen.
4. Gliederung
Vor allem umfangreiche Broschüren gewinnen durch ein Inhaltsverzeichnis oder farbig gestaltete Reiter, die einzelne Bereiche trennen, an Übersichtlichkeit hinzu. Broschüren, die Leistungen und ein Unternehmen vorstellen, können sich an folgendem Schema orientieren: Zunächst werden Firma und Angebot kurz vorgestellt, danach folgen die einzelnen Leistungen, in Sachgruppen gegliedert, beginnend von günstig hin zu teuer. Am Ende stehen allgemeine Informationen zur Firma, eine Anfahrtsskizze und Kontaktdaten. Durch fertige Antwortpostkarten oder eine spezielle Internetseite wird Interessenten der Kontakt noch leichter gemacht.
5. Farben
Farben entfalten gerade in Broschüren eine emotionale Wirkung, die die Aussage des Textes noch unterstützen kann. Des Weiteren können sie, wie unter „Gliederung“ beschrieben, einzelne Teile der Publikation zum Blättern voneinander trennen. Beim Einsatz von Farben kann man sich die Farbpsychologie zu Nutze machen: Rot wirkt leidenschaftlich und dynamisch, während Blau eher beruhigt und Grün zur Harmonie einlädt. Weiß wirkt sehr klar, während Gelb Fröhlichkeit und Sonnenlicht vermittelt. Sehr positiv wird auch die leuchtende Farbe Orange wahrgenommen. Dennoch gilt auch bei der Farbwahl die Devise „Weniger ist mehr“, da eine zu unruhige Farbgestaltung die Inhalte nicht unterstützt, sondern von ihnen ablenkt.
6. Schmuckelemente
Ornamente, Linien, Rahmen, herausgehobene Zitate oder Schriftzüge: Schmuckelemente lockern das Layout von Broschüren auf und bilden eine willkommene Abwechslung zur reinen Faktenvermittlung des Textes. Gleichzeitig grenzen sie Informationen voneinander ab. Zusätzliche Daten, unterhaltsame Geschichten oder weiterführende Informationen lassen sich gut in Kästen unterbringen. In Passagen, in denen beispielsweise der Geschäftsführer eines Unternehmens zu Wort kommt, lassen sich griffige Zitate auch optisch herausheben. Broschüren, die die Sinne ansprechen sollen – zum Beispiel aus dem Wellness-Bereich – werden durch das Hervorheben von Stichworten (wie „Ruhe“, „Entspannung“, „Harmonie“), optisch wie inhaltlich aufgewertet.
7. Bilder, Grafiken, Diagramme
Bilder sagen mehr als tausend Worte: Das gilt auch für Broschüren in besonderer Weise. Die Fotos dienen dazu, das Geschriebene zu belegen, zu illustrieren und lebendig werden zu lassen. Auch Diagramme und Grafiken können dazu beitragen, den Text zu unterstützen. Bei den Fotos stellt sich die Frage nach dem Format, bei Diagrammen nach der Diagrammart und bei Grafiken nach der Wahl des Illustrationstyps. Generell gilt, dass Querformate statischer wirken als das dynamischere Hochformat, während eine quadratische Grundform sehr klar erscheint. Bei Diagrammen kommt es auf den Inhalt an, der vermittelt werden soll: Bei einfachen Inhalten empfehlen sich Balken-, Linien- oder Tortendiagramm, während es sich für komplexere Themen lohnt, beispielsweise auf Netzdiagramme auszuweichen. Selbst erstellte Infografiken wirken dann besonders lebendig, wenn sie Gestaltungselemente aus dem Themenumfeld aufnehmen.
8. Bindung
Neben den gestalterischen Elementen muss auch die Bindungsart der Broschüre festgelegt werden. Hier stehen Klebebindung, Falzklebung, Heftung und Wire-O-Bindung zur Auswahl. Die Wire-O-Bindung eignet sich besonders für umfangreichere Publikationen, die aufgeschlagen liegenbleiben sollen. Günstiger sind rückstichgeheftete Broschüren, die wie Magazine oder Schulhefte von Klammern zusammengehalten werden. Ebenfalls vergleichsweise preiswert ist die Falzklebung, während die Klebebindung besonders hochwertig wirkt und auch für umfangreichere Seitenzahlen geeignet ist.
9. Beschnittränder
Um Toleranzen bei der Produktion Rechnung zu tragen, muss auch bei Broschüren ein Beschnitt einkalkuliert werden. In der Regel beträgt der Beschnitt zwei bis drei Millimeter. In dieser Zone dürfen auf keinen Fall Texte oder Elemente stehen, die nicht beschnitten werden dürfen. Sie sollten stattdessen eingerückt werden. Auch bei seitenabfallenden Elementen, die ohne Rand gestaltet werden, ist das Einbeziehen des Beschnitts wichtig. Ansonsten kann es passieren, dass sie mit einem schmalen weißen Rand versehen werden.
10. Crossmediale Nutzung
Die Elemente einer Broschüre – Texte, Bilder, ganze Seiten – lassen sich nicht nur für den Printbereich, sondern auch für weitere Ausgabekanäle nutzen. Wichtigstes Medium ist dabei das Internet. Die Software QuarkXPress 8 bietet beispielsweise die Möglichkeit, von Haus aus interaktive Layouts zu gestalten. Einzelne Elemente lassen sich hier mit Aktionen ausstatten – der Mausklick auf eine bestimmte Stelle bewirkt dann beispielsweise das Vor- oder Zurückblättern innerhalb des Layouts. Wichtig: Bereits vor Beginn der Gestaltung muss in der Software „Interaktives Layout“ ausgewählt werden.





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